Die Krux mit der BU

Seit Jahren vermitteln wir erfolgreich Berufs­unfähig­keitsversicherungen (BU). Erst nur für die Ergo, seit wir als Ver­sicherungs­makler tätig sind, haben wir natürlich auch die anderen Anbieter an Bord.

In den vergangenen Jahren haben wir zwei wesentliche Dinge festgestellt: Erstens:  Wenn die Vorarbeit (Vorgespräch, sorgfältige Bedarfsermittlung, Gesundheitsfragen, Antragsaufnahme) ordentlich gemacht wird, dann gibt es im Leistungsfall keine bis wenig Probleme. So wurde bei uns bisher noch kein Leistungsantrag negativ beschieden. Zweitens: Wir haben auch gemerkt, dass die BU-Bedingungswerke bei den Gesellschaften in den letzten Jahren besser geworden sind. Man kann es vielleicht in etwa mit Autos ver­gleichen: So richtig schlechte Autos gibt es auf dem Markt eigentlich nicht mehr. Und auch noch richtig schlechten BU-Versicherungen muss man lange suchen. Und es gibt noch eine Parallele zum Automobil: Genauso, wie es bei den Autoherstellern für die Modelle die unterschiedlichsten Ausstattungsvarianten und Antriebsarten gibt, so klassifizieren auch die Versicherer ihre Produkte nach Berufsgruppen, Leistungsumfang und Anlageform. Es gibt smarte und goldene, hybride und klassische, professionell und premium-Ausstattungen.

Was auf den ersten Blick wie ein riesiger Vorteil für jeden Interessenten für eine BU aussieht, denn er kann sich ja gezielt das Produkt aussuchen, welches scheinbar genau auf ihn zugeschnitten scheint, entpuppt sich diese Aufgliederung bei genauerer Betrachtung als großer Nachteil:  Die Versicherer differenzieren Ihre Produkte ja nicht zufällig so „kleinkariert“, sondern es steckt Kalkül dahinter. Indem der Versicherer immer feingliedriger seine BU-Tarife „strickt“, desto günstiger kann er sie speziellen Berufsgruppen anbieten. Gab es vor vielen, vielen Jahren nur die Unterscheidung zwischen Arbeitern und Angestellten (zwei Risikotöpfe), so gilt seit einigen Jahren eine immer größere Zersplitterung nach einzelnen Berufsgruppen. So steigt zum einen die Anzahl der Risikotöpfe und zum anderen wird die „versicherte Masse“ darin homogener. So wird immer mehr zwischen guten risikoarmen (z. B. Pharmazeuten und Informatikern) und schlechten risikoreichen Berufsgruppen (z. B. Altenpfleger und Fliesenleger) unterschieden. Wenn im „Pharmazeutentopf“ nur zwei von hundert Versicherten berufsunfähig werden, so ist natürlich der Durchschnittsbeitrag für alle geringer als im „Fliesenlegertopf“, in dem ungefähr 35 von hundert berufsunfähig werden. Steigt die Wahrscheinlichkeit berufsunfähig zu werden, steigt für diese Gruppe auch der Durchschnittsbeitrag.

Dieses Dilemma macht die BU gerade für die Berufsgruppen, die auf einen derartigen Schutz eigentlich nicht verzichten können, unattraktiv. Eine bedarfsgerechte Absicherung ist finanziell kaum darstellbar.   

Mittlerweile gibt es aber auch andere Modelle der Einkommensabsicherung. Oft werden diese Formen nur als zweit- oder sogar drittbeste Lösung betrachtet oder gar wie Sauerbrot als „Notlösung“ angeboten („ehe ich dem Kunden gar nichts verkaufen kann, dann eben das…“. Das ist unseres Erachtens aber nicht gerechtfertigt. Klar haben die Alternativen ihre Schwächen. Aber die BU hat das auch. Wir werden in den nächsten Beiträgen diese anderen Möglichkeiten näher beleuchten und aufzeigen, dass alle Arten der Einkommenssicherung eine Existenzberechtigung haben und auch das ein oder andere Mal die bessere Alternative sind.